Buch selbstdrucken im Selfpublishing_Schritt für Schritt Anleitung
  • Möchtest du als Selfpublisher:in am Verkauf deines Buches mehr verdienen als ein paar Euro Provision?
  • Würdest du dein Buch gerne bis ins kleinste Detail selbst gestalten? Das heißt, neben Schriften, Illustrationen und Cover auch die Druckausstattung bestimmen?

Dann könntest du dir überlegen, die Auflage für dein Buch selbst zu drucken und es im Eigenverlag herauszubringen. So steht zwischen dir und deinen Lesern nicht noch ein Selfpublishing-Anbieter, der die Kaufabwicklung* und den Druck „on-demand“ übernimmt. (Letzteres bedeutet, dass nur dann gedruckt wird, wenn jemand dein Buch bereits gekauft hat.)

Diesen Weg, das Buch selbst zu drucken, habe ich persönlich für mein neues Buch „Lebenspoesie“ gewählt, nachdem ich meinen Debütroman „Mehrweh“ mithilfe von BoD veröffentlicht habe. Bei mir hat diese Entscheidung vor allem zwei Gründe:

  1. Ich kann mein Buch bis ins Detail liebevoll gestalten.
  2. Ich verschicke es direkt von meinem Zuhause in Portugal aus an die Leser:innen zu verschicken. Das macht das Büchermachen noch kreativer und persönlicher, was mir ein wichtiges Herzensanliegen ist.

Mit dieser absoluten Freiheit, dein Buch selbst zu drucken, geht allerdings auch eine gewisse Selbstverantwortung sowie ein finanziell höheres Risiko einher. Denn du investierst nicht nur in Buchsatz, Lektorat, Korrektorat und Coverdesign, sondern eben auch in den Druck deiner Bücher. Dadurch steigt natürlich der Druck (im wahrsten Sinne des Wortes), dass diese dann auch gekauft werden. Denn du möchtest vermutlich unterm Strich Gewinn machen und Büchermachen soll kein teures Hobby werden.

Im Folgenden möchte ich dir meine Schritte von der Idee bis zum Druckauftrag beschreiben, damit du einen Eindruck davon bekommst, was es bedeutet, dein Buch selbst zu drucken.

Du willst dein Buch selbstdrucken? Gehe diese 7 Schritte

Wenn du dein Buch selbstdrucken willst, nimm dir genug Zeit für die Recherche der passenden Druckerei

1.     Recherchiere passende Druckereien.

In meinem Fall habe ich mit der Recherche schon beim Schreiben angefangen, da ich wusste, dass mein Entscheidungsprozess länger brauchen würde. Ich würde dir ebenfalls empfehlen, schon früh damit anzufangen. Schließlich möchtest du gut abwägen, bei wem du dein Buchbaby selbstdruckst, welche Ausstattung es haben soll und auch, welche Kosten ganz konkret auf dich zukommen. Ich mag diesen detaillierten Organisationskram absolut nicht, kann ich dir sagen. Doch wirst du dir hinterher dafür dankbar sein.

Am einfachsten kannst du mögliche Druckereien natürlich bei Google finden. Ich habe mich im ersten Schritt auf Empfehlungen aus meinem #bookstagram-Netzwerk, das heißt vor allem von Autorenkolleg:innen verlassen. So war die anschließende Recherche auf Google zielgerichteter und weniger erschlagend an Informationen.

Auch kannst du dir überlegen, ob du dein Buch nachhaltig drucken möchtest. Es gibt bereits einige Druckereien, die Wert auf kürzere Vertriebswege, ungiftige Farben oder Papier aus fairem Anbau legen. Ich persönlich fange gerade erst an, mich damit zu beschäftigen, kann dir aber bereits Five Leaves ans Herz legen, wenn du dich entscheidest, in diese Richtung zu gehen. Sie bieten unter anderem Beratung und Begleitung für Selfpublisher:innen an, die ihr Buch nachhaltig selbstdrucken wollen.

2.     Sammle Angebote von den Druckereien.

Vermutlich weißt du noch gar nicht genau, wie viele Seiten dein Buch haben wird oder welche Ausstattung du dir wünschst. Um eine erste Vorstellung vom Preis pro Exemplar zu bekommen, kannst du bei vielen Druckereien den Preisrechner direkt auf ihrer Webseite nutzen oder auch per Mail ein Angebot anfragen. Dafür brauchst du nur eine ungefähre Vorstellung deiner gewünschten Auflage, der Seitenzahl sowie der Ausstattung. Beim letzten Punkt darfst du dich zum Beispiel fragen:

  • Hardcover oder Taschenbuch?
  • Klebe- oder Fadenbindung?
  • Welche Papiersorte?
  • Soll es farbige Seiten geben?

Zudem kannst du bei den Druckereien in diesem Schritt die Kosten für ein Probeexemplar einholen, solltest du dieses nutzen wollen.

Ich habe dir hier ein paar Beispielpreise pro Buchexemplar zusammengestellt – allerdings ohne die Druckerei direkt namentlich zu nennen. Bitte beachte, dass es keinen generellen Durchschnittspreis gibt, wenn du dein Buch selbstdrucken willst. Neben der Druckerei haben auch die Buchlänge, das Papier, das Cover oder weitere Ausstattungs- sowie Produktionsmerkmale Auswirkungen auf den Preis:

  • Beispiel I

Taschenbuch mit 315 Seiten, inkl. Farbseiten und Buchklappen, Umschlag 4+4, 90g Papier: 500 Exemplare für je 2,75€, 750 Exemplare für 2,63€, 1000 und mehr je 2,52€

  • Beispiel II

Hardcover mit 150 Seiten, Format 12x19cm, Umschlag 4+4, 90g Papier, Fadenbindung: 200 Exemplare für 2,96€, 250 für 2,72€; andere Druckerei 250 Exemplare für je 3,40€

Wenn wir für die Beispiele die Gesamtkosten hochrechnen, erhalten wir einen Betrag von 1375€-2520€ für Beispiel I und 592€ bis 850€ für Beispiel II. Eines ist nach diesen Preisbeispielen ganz sicher: Wenn du dein Buch selbstdrucken möchtest, kann die finanzielle Investition sehr stark variieren.

3.     Entscheide dich für eine Druckerei.

In meinem Fall war neben dem Preis pro Exemplar besonders der Kundenservice entscheidend für meine Wahl, mit welcher Druckerei ich mein Buch selbstdrucken möchte. Denn da es auch für mich das erste Mal war, habe ich es als sehr beruhigend empfunden, eine aufmerksame Ansprechpartnerin zu haben, die mich konstant per Mail oder am Telefon unterstützt. Hier darfst du natürlich noch deine eigenen Werte mit hinzunehmen, um eine für dich stimmige Entscheidung für eine Druckerei zu treffen, um dein Buch selbstzudrucken.

Ich habe dann der ausgewählten Druckerei eine grobe zeitliche Einschätzung gegeben, bis wann ich Buchcover und Textdatei schicken kann. An dieser Stelle würde ich empfehlen, einen guten zeitlichen Puffer einzurechnen. Da an der Entstehung deines Buches auch Coverdesigner:in, Buchsetzer:in, Lektor:in, Korrektor:in und ggf. auch Illustrator:in beteiligt sind, kann sich der Zeitplan gerne mal verschieben.

4.     Verfeinere deine Anfrage.

Im weiteren Entstehungsverlauf meines Buches bin ich mit der Druckerei im Austausch geblieben. So konnte ich Stück für Stück meine Anfrage für die Buchauflage aktualisieren. Zum Beispiel wusste ich nach dem Buchsatz die genaue Seitenzahl, habe meine Auflage zu einer „Wohlfühlauflage“ gemacht sowie eine weitere Lieferadresse angegeben, um die Bücher direkt nach Portugal geschickt zu bekommen. 

Mit dem Hardproof gehst du auf Nummer sicher, wenn du dein Buch selbstdrucken möchtest

5.     Reiche deine Buchdateien ein: der Softproof.

Nachdem die Dokumente für Cover und Buchinnenteil fertig waren, habe ich alles per Mail bei der Druckerei eingereicht. Nach wenigen Tagen habe ich den so genannten „Softproof“ erhalten. Dies bedeutet, dass ein „weicher Probedruck“ durchgeführt wird, indem die Dateien für den Druckvorgang digital überprüft werden. Das ist dann in etwa wie eine digitale Simulation des Drucks. Dabei wird zum Beispiel geschaut, ob Schriften und Illustrationen im richtigen Format für den Druck sind oder ob beim Cover die Buchmaße eingehalten wurden.

6.     Optional: der Hardproof

Natürlich kannst du dir überlegen, ob du auf Nummer sicher gehen möchtest, indem du zusätzlich ein gedrucktes Probeexemplar bestellst. Dann hast du das Druckergebnis wirklich in den Händen, ohne bereits eine Auflage davon bestellt zu haben. So musst du nicht bis zur Auslieferung deiner Druckauflage zittern, wie das Druckergebnis wohl sein wird. Allerdings bedeutet so ein einzelnes Druckexemplar nicht nur eine längere zeitliche Verzögerung deiner Buchveröffentlichung, sondern auch eine zusätzliche Investition. Denn ein Probeexemplar kann dich je nach Druckerei zwischen 50€ und 150€ kosten.

Ich habe mich aus diesen Gründen gegen den Hardproof entschieden. Zudem möchte ich auf die professionelle Erfahrung der Druckerei vertrauen, die in meinem Fall schon seit über 26 Jahren am Markt ist.

7.     Jetzt wird’s ernst: Gebe den Buchdruck frei.

Egal ob „nur“ Softproof oder zusätzlichen Hardproof: Nachdem die Dateien auf Fehler überprüft und diese von dir korrigiert wurden, ist es Zeit, die gewünschte Druckauflage in Auftrag zu geben. In meinem Fall dauert es ab dem Zeitpunkt bis zur Auslieferung der Bücher vier Wochen. Kalkuliere diese Zeit für den Druck daher auf jeden Fall in deinen Veröffentlichungsplan mit ein, wenn du dein Buch selbstdrucken möchtest.

Soweit zu meinen Schritten, die ich unternommen habe, um mein Buch selbst zu drucken.

Hast du weitere Fragen zum Thema Buch selbstdrucken als Selfpublisher:in?

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* Auch wenn du dein Buch selbstdruckst, hast du die Möglichkeit mit einem Vertriebspartner zusammenzuarbeiten, wie zum Beispiel mit Nova MD. Ich habe mich allerdings dagegen entschieden, daher gibt es in diesem Artikel keine weiteren Informationen dazu.

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