Kosten als Selfpublisher

Als ich mich dafür entschied, mein Romandebüt ‘Mehrweh’ im Selfpublishing zu veröffentlichen, hatte ich keine Ahnung, welche Kosten als Selfpublisherin auf mich zukommen würden. Ich muss zugeben: Ich habe mich einfach Schritt für Schritt durch die Produktionsschritte gehangelt und unterwegs herausgefunden, wie viel es kosten wird.

Doch bei dir muss es nicht so laufen. Lies den folgenden Artikel und finde heraus, mit welchen Kosten als Selfpublisher:in du rechnen kannst. Vielleicht hilft dir dieses Wissen auch zusätzlich dabei, eine Entscheidung zu treffen, ob Selfpublishing wirklich dein Weg ist.

Der Selfpublishing-Anbieter

Bei ‚Mehrweh‘ habe ich mich für Books on Demand (BoD) entschieden. Dort zahlst du einmalig 19€ für das Classic-Paket, das heißt für die Veröffentlichung von Taschenbuch und eBook. Bei BoD gab es keine ‚Pflichteigenexemplare‘, die ich darüber hinaus bestellen musste – bei tredition dagegen schon. Dort habe ich zuvor mein allererstes Buch veröffentlicht und musste entweder 35 Eigenexemplare kaufen oder einmalig 150€ für die Veröffentlichung zahlen. Ansonsten entstehen bei beiden Anbietern keine Druckkosten, die du als Selfpublisher:in vorstrecken musst. Denn es wird ‚on demand‘ gedruckt – das heißt erst dann, wenn dein Buch bereits gekauft wurde.

Lektorat, Korrektorat und Buchsatz

Wir empfehlen es jedem, sein Manuskript vor der Veröffentlichung in professionelle Hände zu legen. Mithilfe des Lektorats kannst du an deiner Geschichte feilen und sie sprachlich auf Hochglanz polieren. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz treiben zwar die Kosten als Selfpublisher:in ganz schön in die Höhe, doch bewegen sich die Preise auch in einem großen Spektrum. Es lohnt sich daher, diese zu vergleichen.

Meine Lektorin für ‚Mehrweh‘ hat pro Normseite (das heißt in etwa 1800 Zeichen) 1,50€ berechnet. Doch kann dieser Preis auch gerne 4€ und höher sein. Für das Korrektorat kommt noch einmal ein leicht reduzierter Preis pro Normseite drauf. Du zahlst also ab 1€ pro Normseite aufwärts. Den Buchsatz könntest du wiederum selbst übernehmen, um deine Kosten als Selfpublisher:in zu senken (bei Lektorat und Korrektorat raten wir eher davon ab). Allerdings warne ich dich schon im Voraus, dass dein Geduldsfaden außerordentlich dick sein sollte, wenn du dich dazu entschließt – denn es kann eine ziemliche Fummelarbeit sein. Ich habe den Buchsatz von ‚Mehrweh‘ lieber gleich abgegeben, weil ich fand, dass ich als Neuling im Selfpublishing schon genug Neues lernen musste. So kam für den Buchsatz noch einmal 1€ pro Normseite dazu sowie kleinere Zusatzbeträge für Kapiteltzierden.

Als Slefpublisher finanzierst du dein Buchcover selbst

Illustrationen und Cover

In meinem Fall waren die Kosten als Selfpublisherin für Illustrationen und Cover verhältnismäßig gering, da ich diese von einer Freundin habe zeichnen lassen, die dies selbstständig macht. Generell kann ein Cover aber gut 200-400€ kosten, wenn du es extra anfertigen lässt. Alternativ gibt es auch so genannte ‚Premades‘, das heißt vorgefertigte Cover, die du für ca. 80-150€ von Coverdesignern kaufen kannst.

Generell solltest du beim Cover (genauso wenig wie beim Lektorat) nicht zu viel sparen, denn neben dem Klappentext ist es das Aushängeschild Nummer eins deines Buches. Das Cover spielt eine maßgebliche Rolle bei der Kaufentscheidung – nicht nur in Buchläden, sondern auch in online Shops. Dort müssen die Nutzer überhaupt erstmal auf das Cover klicken, damit sich Buchbeschreibung und Klappentext öffnen. Illustrationen brauchst du nicht zwangsläufig für dein Buch. Doch ich wollte für ‚Mehrweh‘ unbedingt welche haben, da sie die Geschichte wundervoll abrunden und das Taschenbuch zu etwas Besonderem machen. Für eine Illustration kannst du je nach Größe und Detailreichtum 40€ und mehr rechnen.

Nach der Veröffentlichung

Auch nach der Veröffentlichung fallen Kosten als Selfpublisher:in für Marketing und Werbemaßnahmen an. Ich möchte sie hier nur anreißen, da dieser Teil viele weitere Artikel füllen könnte. Um dein Buch zu vermarkten, könntest du zum Beispiel Ads schalten, es in Newslettern und Werbebannern platzieren oder auch Goodies anfertigen lassen. Letzteres sind zum Beispiel passend gestaltete Lesezeichen, die du zusammen mit deinem Buch an Blogger verschickst. All das braucht natürlich Werbebudget, das du als Selfpublisher:in einkalkulieren musst.

Ein Schlusswort: Kosten vs. Bauchgefühl

Als Selfpublisher:in kannst du für die bloße Buchproduktion (das heißt anschließende Vermarktungskosten nicht mit eingerechnet) leicht 1000€ aufwärts ausgeben. Wenn du nicht on demand druckst, sondern selbst die Druckauflage vorfinanzierst, wird es noch teurer. Zudem ist gerade im Hinblick auf anschließende Werbekosten unternehmerisches und strategisches Denken gefragt.

Ich weiß, all diese Kosten als Selfublisher:in klingen jetzt bestimmt erschlagend für dich und machen dich womöglich noch unsicherer, wie du das alles bewerkstelligen sollst. Doch lass dich auf keinen Fall von diesen Zahlen abschrecken! Ich hatte vor ‚Mehrweh‘ auch noch keine Ahnung, wie teuer alles werden wird – und trotzdem bin ich den Weg des Selfpublishings gegangen. Taste dich Schritt für Schritt durch die verschiedenen Punkte und finde deinen Weg. Doch Vorsicht: Bei all diesen Kostenpunkten ist es auch wichtig, dich nicht nur vom günstigsten Angebot leiten und locken zu lassen. Triff deine Auswahl mit Bedacht und nicht nur aufgrund von niedrigen Preisen. Bei mir hilft dabei immer mein Bauchgefühl.

Letzten Endes ist eines unbestreitbar: Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, dein Buch in den Händen zu halten und zu wissen, dass du selbst jedes kleinste Detail entschieden und organisiert hast. Es ist dann mit Haut und Haar ganz und gar dein Buchbaby.

Du bist dir noch unsicher, ob Selfpublishing das richtige für dich ist? Finde hier heraus, welcher Veröffentlichungstyp du bist.

Photo by Micheile Henderson on Unsplash

Photo by Sinitta Leunen on Unsplash

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