Kurzgeschichten schreiben booknsoul.de

Ernest Hemingway hat es getan, Franz Kafka, Wolfgang Borchert, Oscar Wilde und Stephen King auch …

Sie alle haben Kurzgeschichten geschrieben und veröffentlicht.

Kurzgeschichten sind eine tolle Sache. Für Leute, die nicht die Zeit haben, sich in einem langen Roman zu verlieren. Sozusagen der schnelle Lesespaß für zwischendurch.

Aber nicht nur das Lesen macht Spaß. Auch das Schreiben bereitet Vergnügen.

Trotzdem höre ich immer wieder von anderen Autoren, dass sie sich mit dieser Prosaform nicht ganz anfreunden können. Dabei gibt es so viele Vorteile.

Feedback

Ein Roman erfordert nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Zeit. Zeit, in der du höchstwahrscheinlich kein Feedback erhältst, sofern du keine Alpha-Leser:innen (Testleser:innen, die die rohe Fassung lesen) ins Boot geholt hast.

Auch Kurzgeschichten können eine Menge Arbeit sein, aber sie sind schneller geschrieben als ein Roman. Mit dem Testleser:innenfeedback folgt ein Lernprozess, der bei deinem Romanprojekt wahrscheinlich viel später einsetzen würde. So kannst du Schwächen aufdecken und das neu gewonnene Know-How in deine großen Projekte einfließen lassen.

Probieren geht über studieren

Durch das Schreiben von Kurzgeschichten kannst du dich nach Lust und Laune austoben, dich ausprobieren, verschiedene Stile/Perspektiven anwenden und dich in fremden Genres auslassen. Das hilft zu erkennen, was für dich funktioniert und was nicht.

Go with the flow

Ich glaube, jede:r kennt diese Situationen, wenn das Projekt schleppend bis gar nicht vorangeht. Oder du hast keine Lust, dich in eine lange Geschichte zu stürzen. Vielleicht suchst du aber auch nach neuen Ideen und Inspiration.

Kurzgeschichten sind dafür eine effiziente Methode, um im Schreibfluss zu bleiben und damit die Kreativität wieder aufleben zu lassen. Schreiben, um zu schreiben.

Pimp your Bibliographie

Natürlich ist es keine Pflicht, schon vor dem ersten Roman kleinere Veröffentlichungen vorweisen zu können. Aber schlecht ist es doch auch nicht, oder?! Die erste eigene Geschichte, gedruckt in einem Buch. Ein tolles Gefühl und ein Meilenstein, der dich auch auf langen Durststrecken motiviert, weiterzumachen.

Mit Kurzgeschichten kannst du nicht nur deine Bibliographie aufmotzen, sondern auch die ersten Erfahrungen mit Verlagen und Lektoraten sammeln … und mit Absagen.

Nein, ich bin nicht übergeschnappt. Betrachten wir es einfach von der positiven Seite. Absagen sind immer schmerzhaft, aber als Autor:in leider so etwas wie Alltag.

Mit Kurzgeschichten kannst du lernen, damit umzugehen. Denn mit jedem Mal wird es leichter.

Neue Wege

Kurzgeschichten können dir Türen und Möglichkeiten eröffnen, deine Schreibkarriere in eine neue Richtung lenken. Davon ist auch Kerstin Brömer überzeugt. 2014 hat sie über die Veröffentlichung von Kurzgeschichten (schwerpunktmäßig in Foren) geschrieben.

Neben dem Marketing für dich selbst als Autor:in, um deine Reichweite zu steigern, ergibt sich vielleicht ein Kontakt. Kurzgeschichten schreiben und veröffentlichen ist auch eine Sache des Networkings, das für Autor:innen heutzutage unerlässlich ist.

Kurzgeschichten veröffentlichen – aber wo?

Wenn du jetzt denkst: „Ja, ja, ist alles schön und gut, was du da erzählst, aber wo soll ich den Krempel denn jetzt veröffentlichen?“ Dann verzweifle nicht! Lies weiter:

Inzwischen gibt es jede Menge Möglichkeiten, seine Kurzgeschichte zu veröffentlichen:

Ausschreibungen

Der „traditionelle“ Weg seine Kurzgeschichte zu veröffentlichen, ist an Ausschreibungen teilzunehmen. Schnell bei der Google-Suche „Literaturausschreibungen“ eingegeben und schon findest du viele Seiten, die aktuelle Ausschreibungen auflisten. Die wohl bekanntesten und sichersten Anlaufstellen sind hier Leselupe, Autorenwelt und Wortmagier.

Hier findest du verschiedene Wettbewerbe von Verlagen, die meistens Geschichten zu bestimmten Themen suchen. Du kannst auch Lyrik und Essays oder andere Textformen einreichen.

Die Konkurrenz ist groß. Sei also nicht traurig, wenn es nicht immer klappt – besonders nicht beim ersten Mal. Wie bei der Einreichung von Romanen gilt hier ebenfalls: Dranbleiben.

Bedenke, dass es auch unter den Ausschreibern schwarze Schafe gibt. Dazu aber später mehr.

Literaturzeitschriften

Es gibt eine Menge Literaturzeitschriften auf dem Markt. Viele veranstalten regelmäßige Ausschreibungen, bei anderen kannst du jederzeit Texte zu allen Themen einreichen. Auch hier werden neben Prosa, Lyrik und Essays auch Rezensionen veröffentlicht.

Am Ende liste ich einige Zeitschriften auf.

Foren

Foren sind eine beliebte Adresse, um seine ersten Schreibversuche und Fanfictions zu veröffentlichen und einer breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Die Community hat die Möglichkeit, deine Geschichten zu bewerten und zu kommentieren. Ebenfalls eine Möglichkeit etwas dazuzulernen.

Kostenlose Plattformen

WattPad und Sweek sind Plattformen, bei denen du deine Geschichten kapitelweise hochladen und anderen zur Verfügung stellen kannst. Deine Leser:innen können deine Geschichte bewerten und kommentieren.

Audory

Über Audory kannst du als Leser:in in den Genuss von interaktiven Hörspielen kommen, bei denen du entscheiden kannst, wie es weitergeht. Oder du schreibst selbst eine interaktive Geschichte und lädst sie bei Audory hoch. Du brauchst weder Programmiererfahrung noch musst du etwas installieren oder bezahlen.

Ich glaube, dass Audory eine vorausschauende Plattform ist, die Autor:innen wie auch Leser:innen ganz neue Möglichkeiten im digitalen Zeitalter bietet.

Booksnacks

Eine Kollegin erzählte mir von Booksnacks. Der Verlag digitalPublishers betreibt die Kurzgeschichten-Plattform, die besonders dem Marketing und deiner Eigenvermarktung dient.

Wieso Kurzgeschichte schreiben bookandsoul

Du kannst deine Kurzgeschichte über ein Kontaktformular einreichen und mit etwas Glück wird diese als E-Book für alle gängigen Portale veröffentlicht.

Du erhältst ein Korrektorat und sogar ein kleines Honorar dafür. Hier kannst du als Autor:in dein Portfolio ausbauen, bestehende Kurzgeschichten vermarkten und neue Leser erreichen.

Selfpublishing

BOD

Books on Demand hat den Trend, Bücher über das Smartphone zu lesen, erkannt und daraufhin E-Short entwickelt – ein E-Book für Kurzformate. Hier könnt ihr eure Kurzgeschichte für eine einmalige (minimale) Gebühr veröffentlichen und sie so Leser:innen kostenlos oder für einen kleinen Preis zur Verfügung stellen. Dieses Format ist ebenfalls für Fortsetzungsromane oder journalistische Arbeiten geeignet und soll dabei helfen, die Reichweite und Bekanntheit zu erhöhen.

Wer nicht über BoD gehen möchte, kann auch über Amazon und weiteren Plattformen publizieren:

Neobooks

Mit Neobooks kannst du ebenfalls deine Kurzgeschichte als E-Book veröffentlichen. Du bist sichtbar in über 300 Onlineshops. Darüber hinaus wirbt Neobooks damit, dass man als Autor:in von vielen Lektoren entdeckt werden kann. Dazu gibt es viele Marketingtipps und alles rund ums Selfpublishing.

Bookrix

Bookrix ist ebenfalls eine Plattform zur Veröffentlichung von E-Books – natürlich auch als Kurzgeschichte. Du profitierst nicht nur von ihrer jahrelangen Erfahrung, sondern auch von einer großen Community. Du bist direkt an den Leser:innen. Noch dazu wirst du in nahezu allen relevanten Shops vertreten.

Egal, über welchen Anbieter du gehst, willst du deine Geschichte über Selfpublishing veröffentlichen, denk bitte daran, dass es sinnvoll wäre, zunächst ein Lektorat und Korrektorat durchzuführen. Damit ist deine Geschichte professioneller. Das solltest du besonders in Erwägung ziehen, wenn du einen Preis für deine Geschichte verlangen möchtest.

Nachteile

Dass du mit Kurzgeschichten nicht reich werden oder überhaupt etwas verdienen kannst, brauche ich nicht extra erwähnen, oder?!

Vielmehr sollten Kurzgeschichten als eine Möglichkeit gesehen werden. Die Chance dich selbst zu entfalten und zu entwickeln, die eigene Reichweite zu steigern.

Dennoch solltest du vorsichtig sein, wenn du an Ausschreibungen teilnimmst und zuvor den Verlagen einen Background-Check unterziehen. Denn unter ihnen mischen sich Druckkostenzuschussverlage. Auch, wenn die oben genannten Seiten keine Ausschreibungen von solchen Verlagen veröffentlicht, lohnt es sich immer einen genauen Blick auf die Bedingungen, den Vertrag und den Verlag an sich zu werfen.

Allgemein gilt: Die Veröffentlichung darf dich nichts kosten. Eine Geldforderung bei Kurzgeschichten muss nicht hoch sein. Aber, wenn der Verlag eine Mindestabnahmemenge vorschreibt, um den Druck der Anthologie sicherstellen zu können, gilt das gemeinhin als unprofessionell und unseriös.

Autorenrabatt ist das Mindeste, das du erhalten solltest. Optimal sind Belegexemplare oder vielleicht sogar ein kleines Honorar, das ist allerdings eher selten.

Achte bitte auch auf unseriöse Klauseln in den Verträgen. Solche Verlage verlangen, dass du deine Rechte an deinem Text abtrittst. Das sollte nicht der Fall sein. Du bist der Urheber und solltest die Rechte an deiner Geschichte nicht vollständig verlieren.

Ein weiteres Problem mit oben genannten Verlagen ist, dass meist nicht nur die Qualität der Texte schlecht ist (kein Lektorat, es wird fast jeder Text genommen), sondern, dass eine Veröffentlichung in einer Bibliographie schlecht bewertet werden könnte, wenn du dich damit bei Verlagen vorstellst.

Leider gibt es noch immer hoffnungsvolle Menschen, die auf solche Angebote hereinfallen. Aber dennoch sollten sie nicht für ihre Fehler bestraft oder verurteilt werden. Schließlich kann das jedem passieren. Das Geschäft mit den Träumen ist gnadenlos und verlockend.

Ein weiterer Nachteil ist, dass du im Falle einer Absage, nicht immer ein Feedback vom Verlag erhältst. Ähnlich wie es bei Manuskriptangeboten ist, denn auch bei Ausschreibungen haben die Verlage oft alle Hände voll zu tun, sodass sie keine individuellen Begründungen geben können. Das Problem: Du hast keinen Anhaltspunkt, warum deine Geschichte nicht angenommen wurde und kannst nicht an eventuellen Schwachstellen arbeiten.

Aber: Eine Absage bedeutet nicht zwangsweise, dass etwas mit deiner Geschichte nicht stimmt oder du einen Fehler gemacht hast. Meistens ist es eine Frage des Geschmacks.

Deswegen ein Rat: Schicke deine Texte an mindestens eine:n Testleser:in. Sie können dir dabei helfen, die Geschichte besser zu entwickeln. Umso höher ist die Chance, dass sie veröffentlicht werden.

Das Thema Testleser ist – besonders für Anfänger – unbekanntes Terrain. Wenn du mehr über Testleser erfahren willst, dann schau gern bei meinem Blogartikel „Das Testleser-Einmaleins“ vorbei.

Viele Autor:innen empfinden es als schwierig, eine Kurzgeschichte zu schreiben. Besonders bei Ausschreibungen ist der Umfang der Geschichten auf eine maximale Zeichenanzahl beschränkt. Manchmal musst du eine Kurzgeschichte in weniger als zehn Seiten beenden. Das ist nicht leicht. Aber auch hier ergibt sich ein positiver Lerneffekt: Du beginnst den Kern der Geschichte herauszuarbeiten, ohne überflüssige Füllwörter, knapp, aber dennoch anschaulich geschrieben.

Deine Geschichte auf wenige Seiten zu komprimieren ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Beachte dennoch: Es gibt Geschichten, die sich nicht in eine kurze Fassung pressen lassen. Schon zweimal verwandelte sich einer meiner Kurzgeschichten in einen Roman. Andersherum sollten wir aber auch nicht versuchen, zwanghaft eine kurze Geschichte in einen 300-Seiten Wälzer zu verwandeln.

Jede Geschichte hat ihr eigenes Format, wir müssen es nur richtig einschätzen und ausprobieren.

Denn darum geht es besonders bei Kurzgeschichten: Probier dich aus und ehe du dich versiehst, entsteht etwas ganz Besonderes. Trau dich, erlaube dir, dich auszuprobieren, Fehler zu machen, neue Genres zu ergründen, mit einer anderen Stimme zu sprechen. Schöpfe die Kreativität beim Schreiben voll aus.

 Jetzt bist du dran. Schreib deine eigene Kurzgeschichte.

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uvm.


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