Verlagskosten

Ein Autor:innenhonorar von 6 % oder etwas mehr klingt nicht sehr attraktiv. Der erste Gedanke, wenn man davon hört, ist doch: Der Verlag behält über 90 %? Was macht der bitteschön damit?
Damit das Verständnis für Verlage wächst, möchte ich dir heute einige der Kosten aufzählen, die ein Verlag hat.

Was muss für eine Buchproduktion bezahlt werden?

Verlage gehen für dein Buch erstmal in Vorkasse. Es ist ursprünglich nicht so gedacht, dass Autorinnen und Autoren an den Kosten für die Buchproduktion beteiligt werden. Genau das soll dir ja ein Verlag abnehmen – sowohl zeitlich als auch finanziell.

Die offensichtlichen Kosten

Die meisten Menschen brechen die Buchproduktion auf drei simple Schritte herunter:

  1. Korrektorat/Lektorat
  2. Buchsatz
  3. Buchdruck

Allein in diese drei Schritte sind schon mehrere Mitarbeiter:innen und Firmen involviert. Zudem werden Korrektorat und Lektorat selten von einer Person gemacht. In der Regel gibt es Lektor:innen im Verlag – die auch Verträge abschließen und dein:e Ansprechpartner:innen für alles sind (von Kalkulation bis Honorarabrechnung) – und externe Korrektor:innen.

Die versteckten Kosten

Doch in Wirklichkeit spielen noch andere Kolleginnen und Kollegen eine Rolle, die Kosten bei der Buchproduktion verursachen:

  1. Die Grafikabteilung: Die machen dein Buch und das Cover schön.
  2. Die Herstellung/IT-Abteilung: Die machen dein eBook und sorgen dafür, dass aus deinem Buch die XML-Daten für Onlinemedien entstehen.

Diese Kosten hängen im Hintergrund mit deiner Buchveröffentlichung zusammen:

Bedenke außerdem: Ein Verlag nimmt dir nicht nur die reine Buchproduktion ab. Es braucht noch mehr Abteilungen, damit dein Buch seine Leserschaft erreicht:

  1. Die juristische Abteilung und Buchhaltung:
    Die Kolleg:innen für die Verträge und Honorarabrechnungen.
  2. Das Marketing:
    Flyer, Kataloge, Messestände, Vertreter*innen usw.
  3. Das Service Center:
    Damit Kund:innen und Vertriebsüartner (wie z.B. Buchhandlungen) Kontakt aufnehmen können.
  4. Lager und Versand:
    Raumkosten für das Lager und Mitarbeiter:innen, die dein Buch einpacken und verschicken.

Das war aber noch nicht alles

Wie, da gibt’s noch mehr? Ja, nämlich:

  1. Natürlich die üblichen Kosten, die ein Unternehmen hat:
    Zum Beispiel die Miete für Büroräume.
  2. Die mitfinanzierten Flops:
    Wie bereits erwähnt, geht der Verlag ins Risiko und übernimmt die Kosten für die Produktion. Nicht jedes wird ein Hit, manches floppt sogar total. Die Bücher finanzieren sich gegenseitig mit. Nur dadurch kann der Verlag in Vorkasse gehen und auch mal Projekte realisieren, die nicht rentabel, aber schön sind.
  3. Vertriebspartner und Kooperationen:
    Jede:r kennt von Amazon, dass eine Provision fällig wird, wenn jemand für dich (mit)verkauft. Auch Verlage haben Partner und müssen manchmal die Erlöse mit anderen teilen.

Ich gebe zu, dass diese Übersicht sehr simpel ist, aber mehr Worte sind doch gar nicht nötig, oder? Merke dir, dass es nicht normal ist, wenn ein Verlag Geld von dir möchte. Meiner Meinung nach, ist die Vorkasse einer der großen Vorteile einer Verlagsveröffentlichung. Sollst du bezahlen, kannst du auch über Selfpublishing nachdenken.

Aber verstehe im Gegenzug auch, dass ein Verlag sich tragen muss und nicht alle Kosten ersichtlich sind. Eins ist sicher: Ihr möchtet beide an dem Buch verdienen und es möglichst vielen Leserinnen und Lesern zeigen. Du musst dir deshalb keine Sorgen machen, dass der Verlag dein Werk im Lager verstauben lässt. Hast du schon unsere andere Artikel aus der Kategorie Verlag gesehen? Sie helfen dir dabei, zu entscheiden, ob und wie du dir einen Verlagsvertrag erarbeiten kannst.

(c) Photo by Jonas Jacobsson on Unsplash

 

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