Zusammenarbeit mit Lektorat

Es gibt für mich nichts Schöneres als die Zusammenarbeit mit meinen Autor:innen. Ich lese neugierig erste Manuskriptentwürfe, freue mich über schöne Formulierungen und bin einfach gerne am Entstehungsprozess neuer Geschichten beteiligt. Damit euer Herzensprojekt auch für das Lektorat ein Herzensprojekt wird, möchte ich euch von fünf Wünschen erzählen, die sicher viele Lektor:innen kennen.

1. Wir sind ein Team und keine Gegner.

Ich habe dasselbe Ziel wie du: Ein tolles Buch! Meine Anmerkungen sind nicht böse gemeint, sondern sollen dabei helfen, dass dein Buch „eine runde Sache“ wird – egal, ob du einen Fantasyroman schreibst und es um Plotfehler geht, oder ob du ein Sachbuch schreibst und etwas zu kompliziert ausgedrückt ist. Ich meine es immer gut und will dir helfen. Womit wir auch schon zu Punkt zwei kommen.

2. Nimm meine Korrekturen nicht persönlich.

Ja, wir alle wissen, dass es nicht immer leicht ist, mit Kritik umzugehen. Wer wird schon gerne auf Fehler hingewiesen, vor allem, wenn es dann noch um ein Manuskript geht, an dem man ewig gearbeitet und gefeilt hat? Aber nur durch meine Anmerkungen entsteht der Raum, Dinge nochmal neu zu denken und auch zu diskutieren. Schließlich sind meine Vorschläge eben nur das: Vorschläge. Wir besprechen sie, tauschen Argumente aus, und am Ende entscheidest du, was du berücksichtigen möchtest und was nicht.

3. Respektiere meine Zeit.

Wie schnell liest du so ein Buch? Ein Lektorat ist zeitaufwendig. Wir Lektor:innen lesen zwar schneller, aber wir machen parallel noch Anmerkungen, denken über Textabschnitte nach – blättern vielleicht auch nochmal zurück, um sicher zu gehen – und sind grundsätzlich eher penible Menschen. Wenn ich dir sage, dass ich das ganze Wochenende an deinem Manuskript gearbeitet habe, darfst du das glauben. Dafür liebe ich meine Arbeit und lese deine Bücher gerne. Meistens habe ich mehrere Aufträge parallel. Ich blocke mir deshalb bewusst Zeit für dein Projekt, um intensiv daran zu arbeiten. Für mich ist die Arbeit einfacher, wenn du beispielsweise deine Rückfragen erst bündelst und mir gesammelt schickst, anstatt jeden Punkt einzeln besprechen zu wollen. Besser ist es, wenn wir dafür zum Beispiel Telefonate ausmachen und alles auf einmal abhandeln. Mir ist dieser Aspekt aber in erster Linie in Hinsicht auf Punkt 4 wichtig.

4. Respektiere mein Honorar.

Ein Lektorat kostet Geld. Und grade bei seinem ersten Roman erschrickt man vielleicht, wenn man die Preise sieht.

Aber du willst ja ein schönes Buch. Deshalb habe bitte nicht nur den reinen Kostenblick. Was du tun solltest: Preise vergleichen und Probelektorate anfragen. Nur so findest du ein:e Lektor:in, der oder die zu dir und deinem Buchbaby passt.

Und natürlich kannst du dann auch teuer und günstig miteinander vergleichen. Wie viel gründlicher und besser war das potentiell teurere Lektorat beim Test? Wichtig ist bei deiner Entscheidung aber auch das persönliche Verhältnis. Mit welcher Person konntest du am besten zusammen arbeiten? Bei wessen Anmerkungen hast du das Gefühl, dass sie dein Buch besser machen? Berücksichtige diesen Aspekt und entscheide nicht nur aus Kostengründen.

Je lesbarer, durchdachter und schöner dein Buch ist, umso mehr Leser:innen wird es finden. Eine Investition in ein gutes Lektorat, ist eine Investition in bessere Verkaufszahlen.

5. Lass uns Spaß haben!

Es macht mir Spaß, Bücher zu lesen, die bisher von kaum jemandem gelesen wurden und noch ihren Feinschliff brauchen. Ich fühle mich als Lektorin manchmal wie Sherlock Holmes. Ich begebe mich auf Spurensuche – Stimmt der Plotttwist? Hatte der Antagonist nicht eben noch ein Alibi? Wieso wird im Kinderbuch von blauen Schuhen geredet, aber die Illustratorin hat grüne Schuhe gezeichnet?

Bekenntnis: Ich lese Manuskripte nicht nur einmal. Ich lese sie zweimal: Einmal auf Inhalt und einmal auf Rechtschreibung und Grammatik. Ich mache das gerne, denn ich will saubere und gute Arbeit leisten. Ich rechne aber nicht doppelt ab.

Meine Horrorvorstellung: Wenn Leser:innen Fehler finden, die mir nicht aufgefallen sind. Am schlimmsten solche, die vielleicht den ganzen Sinn verändern.

Lass uns diskutieren, neue Ideen entwickeln und zusammen Spaß haben.

Denn ich habe dasselbe Ziel wie du: ein tolles Buch.

Photo by JESHOOTS.COM on Unsplash

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